Licht und Schatten – eine Yacht wird überfallen!

Licht und Schatten, so präsentieren  sich die Kap Verden tatsächlich immer wieder. Da ist diese unglaubliche Trockenheit, der Regen fehlt, das ist nicht zu leugnen. Andererseits gibt es die  grüne Nachbarinsel Santo Antao, eine Oase.

Ankern in der Baiá Papagei

Wir segeln nach Sao Nicolau und möchten zur Baiá Papageio, eine Empfehlung von Luc. Als wir dort ankern sind bereits drei Boote unserer Flotte da, es kommen noch weitere dazu. Das ist sehr komisch, da wir uns nicht verabredet hatten. Wir haben diese Bucht für unsere Flotte alleine und genießen das glasklare Wasser und den wunderschönen Strand. Abends gibt es auf wechselnden Booten einen gemeinsamen Sundowner, wir haben viel zu erzählen und zu lachen, das Leben kann so entspannt und schön sein. Besonders gefallen uns die unterschiedlichen Nationen in dieser Gruppe. Es werden unterschiedliche Sprachen gesprochen, meist aber Englisch. Da ist z.B. Thierry aus Frankreich. Er spricht sein spezielles (französisches) Englisch, mit viel Humor, und alle verstehen ihn. Er wiederum freut sich, dass die englischen und skandinavischen Damen Schwierigkeiten haben seinen Namen auszusprechen. Statt „Thierry“ sagen sie „chéri“, dafür gibt es dann eine herzliche Umarmung und ein Küsschen seinerseits.

Wir verbringen die Tage mit Schnorcheln, Boot putzen und organisieren eine gemeinsame Rundtour über die Insel.
Unsere Unbeschwertheit bekommt einen Dämpfer, als wir erfahren, dass die norwegische Yacht „Spillwill“, aus unserer Island-Odyssey-Gruppe,auf der Insel Santiago überfallen wurde! Nachts kam eine Gruppe junger Männer, mit Messer bewaffnet, an Bord und bedrohte Jens und Tront. Sie forderten Geld, Laptop, Handys usw. und das Beiboot. Sie nahmen Tront  als Geisel mit, Jens wurde am Mast gefesselt. Er konnte sich befreien und über Funk die Polizei rufen, die jungen Männer wurden gefasst. Doch einige Sachen sind ins Wasser gefallen und konnten nicht wieder gefunden werden. Jens erzählt uns, dass als er sich befreit hatte und über Funk:“ Piracy, piracy! Please call the Police!“ rief, eine Mitarbeiterin der Küstenfunkstelle fragt ob er seine Funkmeldung bitte auf Portugiesisch oder Spanisch wiederholen könnte!! Wahrscheinlich klang Jens dann doch nicht so entspannt als er ihr mitteilte dass er Norwegisch, Schwedisch, Englisch, Holländisch und Deutsch kann, aber leider weder Spanisch noch Portugiesisch!
Schließlich hat sie dann doch die Polizei informiert…!
Das war sicher kein gutes Erlebnis, doch darf man nicht vergessen, dass es hier auch sehr viele überaus freundliche Menschen gibt. Ich habe kein Problem alleine durch Mindelo zu laufen, ich werde häufig angesprochen, nach meinem Namen gefragt, aber nie belästigt.
Santo Antao

das kostbare Wasser wird zum Dorf transportiert

Fischerboote auf Santo Antao
Heute stellte sich bei allen Teilnehmern wieder eine gewisse Hektik ein. Proviant muss eingekauft werden, eine große Herausforderung auf den Kap Verden, da die Supermärkte recht überschaubar gefüllt sind. Es werden Mahlzeiten vorgekocht, das Internet noch genutzt, Wetter gecheckt, Wäsche gewaschen und heute Abend früh ins Bett. Gestern gab es für uns noch ein Farewell-Party mit Cocktail, Samba-Truppe und Tänzerinnen.
Morgen früh soll es gegen 10 Uhr losgehen – 2000 sm bis Barbados!

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