Abschied von Martinique

Und wieder einmal eine Planänderung….aber – juchu, wir beenden unsere Atlantikrunde doch!! 

Nun aber der Reihe nach:

Wie bereits erwähnt, haben wir für Mojito eine Schiffspassage nach Palma de Mallorca gebucht. Wir erwarten den Frachter „Dijksgracht“ diese Woche hier in Le Marin.

„Dijksgracht“ wird in der Bucht von Le Marin ankern und die Boote mit Hilfe der bordeigenen Kräne und Lademeister an Bord nehmen. Wir selbst müssen Mojito nur zum Schiff bringen, längsseits gehen und der Crew übergeben.

Eigentlich wollten wir in dieser Zeit nach Hause fliegen, doch es zeigte sich schwierig einen passenden Flug zu finden und selbst dann wären nur wenige Tage Aufenthalt in Ostfriesland möglich gewesen, weil wir schließlich auch wieder zügig nach Mallorca müssen, um Mojito wieder in Empfang zu nehmen. Wir mussten uns nämlich im Vorfeld schriftlich erklären, die Dijksgracht nicht unnötig warten zu lassen und wenn doch, so droht uns eine hohe Geldstrafe. Heißt also, lieber zwei Tage früher in Palma sein als zu spät…!

Erst waren wir etwas frustriert, diesen langen und umständlichen Flug von Martinique nach Deutschland auf uns zu nehmen, um dann nicht mal eine Woche Aufenthalt in Deutschland zu haben. Und ganz ehrlich, am meisten gegraut hat es uns vor dem  Flughafenwechsel in Paris. Die Franzosen haben da sicher ihren eigenen Plan die Fluggäste zu vergraulen: entweder ein furchtbar umständlicher, zeit- und nervenraubender Flughafenwechsel einschließlich einer teuren Busfahrt über die Stadtautobahn mit garantiertem Stauerlebnis (dafür kann man den Eifelturm aus unterschiedlichen Perspektiven genießen) oder Air France streikt! Wer es dann immer noch nicht begriffen hat, dass er unerwünscht ist, der hat selber Schuld!

Vor lauter Frust hatte Gerrit die glorreiche Idee einfach mal beim Yachttransportunternehmen Sevenstar nachzufragen, ob sie denn vielleicht auch Passagiere mitnehmen.

Unsere, von Beginn an überaus freundlich und kompetente, Kontaktperson „Julia“ in Bremen antwortete prompt und erklärte,  dass es eventuell möglich wäre. Die Entscheidung liegt beim Kapitän des Schiffes, sie versprach nachzufragen und es dauerte nicht lange und es kam die Zusage – wir dürfen mit!! Wow, was für ein Abenteuer, nun dürfen wir die Atlantikrunde doch zu Ende machen! Etwas anders als ursprünglich geplant, ja, ich gebe zu, ein bisschen gemogelt, ja, nun fahren wir Huckepack, aber egal, Hauptsache das…!

Da kann man wieder sehen: nichts ist so schlecht, dass nicht auch etwas Gutes daran ist. Man muss die Sachen so annehmen wie sie sind!

Nun werden wir mal eine andere Perspektive kennenlernen und die Segelboote vom Frachter aus betrachten. Manchmal haben wir über den einen oder anderen, aus unserer Sicht, rücksichtslosen Frachter geschimpft. Nun werden wir die andere Seite kennenlernen, wir sind gespannt!

Bis dahin gibt es noch einiges zu tun, wir müssen uns alle drei für die Passage vorbereiten. Mojito muss so kurz wie möglich sein, also muss der Bugspriet hochgeklappt und befestigt werden und das Dinghi und die Solaranlage dürfen nicht übers Heck hinausragen.

An Bord muss alles befestigt und gesichert sein, damit nichts umherfliegt und fremde Boote oder Mojito selbst beschädigt wird. Und natürlich müssen auch wir unsere Tasche packen und uns für das Abenteuer „Atlantikpassage mit dem Frachtschiff“ rüsten. Wir mussten uns vorab schriftlich erklären keine Drogen oder Alkohol zu konsumieren, nicht angetrunken an Bord zu kommen und der Anweisung der Crew Folge zu leisten…, Oha!

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon! 😉 

Zwölf Tage bis  Palma de Mallorca sind geplant, also voraussichtlich Ende Mai, wir werden uns dann wieder melden und berichten!

Nun heisst es Abschied nehmen von der Karibik, wir sind schon ein wenig traurig, obwohl die zunehmenden Temperaturen erahnen lassen, dass es doch im Sommer sehr heiß wird. Augenblicklich sind wir bei 30 – 32 Grad am Tag und 25 bis 30 Grad Nachts und das reicht uns völlig.

Doch was werden wir vermissen:

– das Frühstück bei noch angenehmen Temperaturen und einem leichten Wind mit Blick auf die üppige Vegetation

– die bunte Vielfalt der Bewohner der Karibik und ihre lässige Lebensart

– die wunderschönen Menschen mit ihren geflochtenen Haaren

– die plötzlichen, heftigen  aber kurzen Regenschauer gefolgt von Sonnenschein 

– Hühner am Strand

– die bunten Häuser

– der besondere karibische Slang in der französischen und englischen Sprache

– der Klang der Baumfrösche in der Nacht

– die Schildkröten über und unter Wasser

– die roten, blauen und orangenen Krebse

– die einfachen Obst- und Gemüsemärkte

– Restaurants unter bunten Wellblechdächern und einfachem Inventar aus selbstgezimmerten, bunten Paletten 

– die leckeren Cocktails

– die bunten Fischerboote, die mit ihren riesigen Außenbordern durch das Ankerfeld heizen und eine dicke Welle machen

– die leckeren Pizzas auf dem Pizza-Boat in Le Marin

Auf unserer Reise haben wir so nette Bekanntschaften gemacht, doch nun trennen sich unsere Wege wieder und wir sagen adieu:

– Albert von „Corto“ ( uns verbindet eine ganz besondere Geschichte mit dem Mastbruch, doch die werde ich zu einem späteren Zeitpunkt erzählen…)

– Astrid und Laurent von „Isola Blue“ (unvergesslich: der köstliche Thunfischdipp zum Aperitif, hmh!)

– Gaeton („that’s how it works in caribbean“ , diesen Satz haben wir erst später verstanden!)

– Josianne mit ihrem bezaubernden Lächeln und leckeren Accras

– Hardy und Heike (sie kannten Mojito schon vor uns und sind mit ihm von Holland nach Portugal gesegelt. Die Welt ist so klein!)

– Manu und Nico ( sie haben all die Schäden von Mojito weggezaubert)

– Kasch Mir (der unzuverlässigste aber der lustigste Inox-Mensch)

– all die Mitarbeiter in der Werft von Le Marin

– Stefan, Frauke und Vincent von „Lykke“ (ein Mastbruch schweißt zusammen! Eure „Mast-Party“ war super und bleibt in Erinnerung!)

– Pete und Bamboo (wir kommen wieder und besuchen euch in Dom.Rep.)

– Adel und Michel von „Treib(t)gut“ ( unsere erste Begegnung war vor einigen Jahren in Norddeich, dann sahen wir euch in Mindelo und schließlich trafen wir uns auf Martinique! Wo wir uns wohl wieder treffen?)

– Hermann und Conny von „Alegria“ (wir haben gestaunt, als wir einen Katamaran mit Heimathafen „Emden“ neben uns hatten. Eine nette Begegnung!)

– Jo und Angelika von „Magic Cloud“ ( unvergessen unsere gemeinsame Fahrt über den Indian River)

– Berthold und Julia von „Orbit“

– Jan und Sabine von „Mr.Grey“ (mit euch hat das Abenteuer so schön begonnen…!)

– Lisa und Johan von „Rubicon“ (sie sind schon im Pazifik! Wir freuen uns schon auf das geplante Wiedersehen und auf eure Erzählungen)

– Moira und Will von „Krabat“ (abendfüllende Erzählungen über die unglaublichen Einfälle eurer sechs Söhne z.B. die unbeabsichtigte Sprengung der eigenen Garage mit einer selbstgebastelten Kartoffelkanone!)

– Julien und Patricia und ihre Mitsegler Mathew und Oliver  von „A Capella“(uns verbindet die Landwirtschaft, viele nette Gespräche und eure große Hilfsbereitschaft)

– Per-Eric und Lotta von „Voyageur“ (unsere Boote haben zwei Jahre im gleichen Hafen in Spanien gelegen, aber wir mussten in die Welt hinaus um uns kennen zu lernen! Warum sind wir uns nicht früher begegnet?)

– Maria und Allen von „Lady Jane“ (euer „Manchester-Englisch“ war zu Anfang für uns eine harte Nuss, dafür musstet ihr mit uns unter schwierigen Bedingungen wandern gehen!)

– Jeremie und Tatiana von „Infinty“ (wir wären sehr gerne mit euch zu den Marquesas gesegelt! Danke für euren Trost nach unserem Mastbruch!)

– Jana und Jan-Dirk von Jajapami  (Viel Spaß im Pazifik!)

– André und Eva-Maria von „Mirabella“ (eine großartige, unerschrockene Familie auf Weltreise! Wir haben so viel mit euch gelacht!)

– Bruno und  Ilario  von „Finally“ (ihr hattet so große Pläne, doch auch ihr hattet Pech in der Karibik. Wir drücken euch die Daumen, dass Finally repariert wird und ihr weiterreisen könnt)

All diese Freunde bleiben in der Karibik oder sind im, bzw. auf dem Weg in den Pazifik.

All die anderen Freunde werden wir hoffentlich im Mittelmeer oder in Europa wieder treffen, das wäre eine große Freude:

– Luna Bay2

– Tamouré

– Spinnwill

– Lys des Mers

– Anemone

– Akouavi

– Punch Coco

….

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