Auf nach Madeira

Wir verlassen die Algarve und nehmen Kurs auf Madeira. Unsere erste große Überfahrt – 480 sm (mehr als 900 Km), das bedeutet mindestens drei Tage und Nächte auf See. Wenn ich ehrlich bin, da gab es doch gemischte Gefühle! Einerseits war ich gespannt auf die Herausforderung, andererseits wusste ich nicht was uns erwartet. Bis jetzt hatten wir höchstens eine Nacht durchgesegelt, mehr nicht! Dann kommt hinzu, dass man sich immer wieder aus der dann gewohnten Umgebung losreißen muss. Man kennt seine Umgebung, den nächsten Supermarkt, die benachbarten Yachten – alles ist vertraut! Gerrit sagt:“ genau das ist der Moment, der uns sagt, dass es Zeit wird wieder los zu gehen, sonst wachsen wir fest!“
Ja gut, Recht hat er ja auch. Also gut, Anker auf und los geht´s!!

Erst ging es ganz gemächlich los, wenig Wind, wir mussten aus dem Einfluss des Kap de Sao Vicente kommen, dem südwestlichsten Punkt Portugals. Im Mittelalter dachten die Menschen, hier wäre das Ende der Welt! Zum Glück wissen wir es heute besser und brauchen keine Angst zu haben, von der Erdscheibe zu fallen!!

Tatsächlich nimmt der Wind zu und Mojito kämpft sich tapfer gegen die unangenehme Welle, die uns schräg von vorne trifft. So wird die erste Nacht auch gleich unbequem und wir rasen mit 7 – 8 Knoten Geschwindigkeit durch die pechschwarze Nacht. Trifft uns die Welle von vorne, dann läuft sie zwischen den Kufen und schlägt von unten gegen den Rumpf. Der Katamaran wirkt dann als Hohlkörper und es donnert und knallt durch das ganze Schiff. Wir wechseln uns mit den Wachen alle drei Stunden ab, doch an Schlaf ist nicht wirklich zu denken bei dem Getöse!!
Nach dieser Nacht sind wir zwar müde, aber auch zufrieden dass wir drei es so gut gemeistert haben!
Die folgenden Tage auf See wurden immer routinierter, wir fanden unseren Rhythmus, bekamen wieder häufig Besuch von Delfinen, die uns ein Stück begleiteten! Es war so schön, dieses Gefühl weit und breit nichts zu sehen, außer dem Meer und dem Himmel und der unglaublich schönen blauen Farbe der Tiefsee. In der dritten Nacht gab es Meeresleuchten und es war so schön zu sehen, dass bei jedem Eintauchen der Kufen im Wasser unser Fahrwasser voller Funken sprühte!

Dann näherten wir uns nach drei Tagen Porto Santo, der kleinen Nachbarinsel Madeiras. Eine sehr sympathische, ruhige Insel die zum Bleiben einlädt – Ankern am langen Sandstrand und gleich ein herrliches Bad in türkisblauem Wasser! Leider haben wir uns bereits in der Marina auf Madeira angemeldet, das heißt nach einer erholsamen Nacht vor Anker, geht es am nächsten Tag bei schönstem Segelwetter weiter nach Madeira. Aber, mit dem festen Vorhaben später noch einmal nach Porto Santo zurück zu kehren!

Wir steuern die Marina Quinta do Lorde, im Osten Madeiras, an und wollen uns eigentlich noch Zeit lassen, noch draußen Frischwasser zu produzieren, die Fender und Leinen in Ruhe für den Hafen vorzubereiten. Doch der Mariniero hat uns schon gesichtet und kommt uns im Schlauchboot entgegen um uns in die Marina zu geleiten. Upps…, da sind wir doch etwas überrumpelt, kein Funken nötig. Der Mariniero hilft uns beim Festmachen, sehr freundlich und im Büro wartet schon ein Paket mit Informationsmaterial über Madeira auf uns! Das nenne ich Service, ganz anders als in Andalusien!

Madeira ist eine unglaublich schöne und vielseitige Insel. Sie ist sehr, sehr schroff und steil. Hier im Osten sehr karg, aber sonst sehr grün und bietet immer wieder ein atemberaubendes Panorama. Zwei Tage haben wir die Insel mit einem Mietauto erkundet und sind durch unzählige Tunnel gefahren und haben über steile Serpentinen die Berge erklommen. Die Berge kratzen an den Wolken, deshalb sind wir dann oben auf dem Berggipfeln durch dichten Nebel gefahren und hatten dann auch plötzlich zwei Kühe mitten auf der Straße vor uns stehen. Die Kühe waren so tiefenentspannt wie die Menschen auf Madeira und wollten sich nicht wirklich bewegen von der Straße zu gehen. Immerhin hat die eine Kuh den Kopf zur Seite gedreht, dann passte unser Auto vorbei, danke!

Einmal haben wir uns den Nervenkitzel angetan mit dem öffentlichen Bus nach Machico zu fahren. Der Bus hatte nach den Sitzen und der Federung zu urteilen, mindestens eine Million Kilometer auf dem Buckel. Ich weiß nicht ob der Fahrer eine Prämie bekommt, wenn er die Strecke in einer bestimmten Zeit schafft, denkbar wäre es. Es ist schon Adrenalin pur diese Busfahrt auf der sehr engen Küstenstraße zu erleben, das alles zum Spottpreis, schlägt jede Achterbahnfahrt!!

Gerrit und ich haben uns spontan zum Schnuppertauchen hier im Diving-Center in der Marina angemeldet. Ich sah mich schon wie James Bond auf dem Meeresboden entlanggleiten…! Die Theorie war schnell absolviert, ab ging es zum angrenzenden Hotelpool. Ich hatte mir nicht vorgestellt, dass es so schwierig ist mit der Flasche die Balance zu halten. Kurz nicht aufgepasst, schon zieht die Flasche in die Tiefe und man kämpft wie ein Käfer auf dem Rücken um die Balance wieder herzustellen! Aber gut, nach kurzer Zeit haben wir wieder die Kontrolle und Marco kündigt nun den Tauchgang im Meer an.
Dafür müssen wir erst einmal einen 10 min. Fußmarsch mit der gesamten Montur, heißt Bleigürtel um die Taille und 15 Kg Flasche auf dem Rücken, zurücklegen. Puh…, also bei James Bond sah das alles easy aus! Dann erklärt uns Marco, dass wir von der Kaimauer gut drei Meter ins Meer springen müssen..,!! Uaah.., nur keine Schwäche zeigen, also mit einer Hand die Maske und das Mundstück festhalten, zum Berg schauen und ein Schritt nach vorne ins Nichts….!
Geschafft, nun geht es in die Tiefe! Marco zeigt uns einen Octopus am Felsen, es schwimmen unglaublich viele bunte Fische um uns, alles wunderbar. Aber wirklich genießen kann ich es nicht, ich habe unglaublich Mühe nicht von meiner Flasche rücklings nach unten gezogen zu werden, zu atmen (, nicht zu schnell), den Anschluss an der Gruppe nicht zu verlieren, meine Maske füllt sich ständig mit Wasser und dann der Druckausgleich…,uahh! Ja, es war eine nette Erfahrung, aber ich muss doch darüber nachdenken, ob für mich das Schnorcheln nicht völlig ausreichend ist! Gerrit hat sich dann beim Rauskommen unglücklich das Knie verdreht, also lassen wir das Tauchen erst einmal ruhen!!

Zum Glück können wir die Marina für einige Arbeiten nutzen. Olivier, ein netter Franzose hier in der Marina, hat unsere Schotenführung für die Leichtwindsegel perfektioniert. Er konnte eine angerissene Reffleine reparieren und unser Spi-Fall mit Technora verstärken, damit wir in Zukunft keine böse Überraschungen mit unserem Parasailor erleben müssen. Außerdem wollen wir unsere Energiebilanz verbessern und werden mit seiner Hilfe noch weitere Solarpanele montieren.
Das alles muss organisiert werden und kostet viel Zeit.
Überhaupt nimmt das Erledigen banaler Dinge unglaublich viel Zeit in Anspruch. Ersatzteile zu bestellen, wenn man eigentlich keine Anschrift hat!
Seit sechs Wochen soll uns eine Ersatzmembrane für unser Wassermacher geliefert werden. In Portugal hatten wir eine Adresse bei Freunden angeben können, doch die Firma hat es nicht geschafft zu liefern. Zweiter Versuch ist jetzt die Marina auf Madeira, hoffentlich klappt es nun!

Algarve und Portimao

Nun neigt sich unser Portugal-Aufenthalt dem Ende zu. Wir haben die Algarve genossen, angefangen mit der Sandalgarve im Osten, bei Faro und Olhao, bis hin zur Felsalgarve im Westen mit den wunderschönen Felsformationen und Sandbuchten. Außerdem haben wir die Berglandschaft im Norden der Algarve erkundet, die schöne Stadt Silves besucht und die Serra de Monchique mit ihren Korkeichenwälder bestaunt.

In Faro ist Amei zugestiegen und hat uns für 10 Tage besucht, wir haben uns über ihren Besuch gefreut!

Portugal hat uns seine vielseitigen Gesichter gezeigt: die Salzmarschen mit, je nach Gezeiten, wechselnder Landschaft. Aber wir haben auch die ruppige Seite Portugals gespürt – in den ersten drei Tagen, in der Ankerbucht bei Portimao, empfing uns ein kalter, kräftiger Wind. „wo waren noch die Pullover verstaut??“ , nachts brauchten wir wieder Decken und die kalte See lud nicht wirklich zum Baden ein. Dann wieder Temperaturen über 30 Grad, alles ist möglich…!
Der stetige Wind macht aber auch die hohen Temperaturen zum Glück erträglicher. Doch das Ankern, wie wir es von der spanischen Küste und den Balearen kennen, ist hier nicht so einfach möglich. Das Ankern an der Küste, außerhalb der Buchten und Lagunen ist durch auflandige Winde, ständiger Schwell und meist felsiger Ankergrund nur bedingt möglich.

 

Portimao präsentierte sich als quirliger Küstenort mit vielen Discotheken, die uns Nachts aus unterschiedlicher Richtung, mit unterschiedlicher Musik, dafür mit der gleichen, unglaublichen Lautstärke,  beschallten. Also flüchteten wir eine Lagune weiter, nach Alvor. Doch auch hier gab es eine Beschallung für die vorwiegend englischen Touristen. Auch die Restaurants sind „very british“, so gibt es hier nicht selten „ a pint beer“ auf der Menutafel…

Unangenehm fallen uns die rasenden Bootsfahrer an der Algarve auf– ob Jet-Skis, Fischer oder Ausflugsboote, keiner nimmt Rücksicht auf ankernde Yachten. Es wird mit hoher Geschwindigkeit, sehr nah vorbeigefahren und das ganze Ankerfeld durchgeschüttelt. Nicht mal die Schwimmer sind sicher, mit dem traurigen Höhepunkt in der Nachbarbucht vor einigen Tagen: eine Schwimmerin wurde von einem Motorboot überfahren und tödlich verletzt. Leider wird dieser Vorfall wohl nicht zum Umdenken führen!

Wir haben die ständige Bedrohung der Waldbränden, mit der die Portugiesen leben müssen, zu spüren bekommen. Schon in der Nacht konnte man deutlich den Rauchgeruch vernehmen. Beim morgendlichen Blick aus der Koje konnte man die rauchige Luft deutlich sehen und spüren. Der Himmel war dunkelgrau, die Sonne hatte keine Chance und man konnte die andere Seite der Bucht nicht mehr sehen. Mojito war von kleinen Aschepartikeln überzogen, die Polster rochen nach Holzasche. Schnell war es Tagesgespräch, wo es denn nun brennt. Umso erstaunter waren wir dann zu hören, dass der Waldbrand über 500 km entfernt, in der Nähe von Porto, wütete. Der Landwind hatte es bis an die Algarve-Küste getragen !

Die Küste der Algarve wird uns mit ihren wunderschönen Farben in Erinnerung bleiben, die unterschiedlichen Lichtreflexionen an der felsigen Küste sind beeindruckend!

Besonders gefreut haben wir uns über ein Wiedersehen mit Sissi und Hans. Wir haben die beiden vor zwei Jahren in Cartagena kennengelernt und hier in Portimao wieder getroffen. Sissi und Hans und ihr Labrador Sam haben viele Jahre auf ihrem Katamaran „Lowlander“ im Mittelmeer, mit Schwerpunkt Griechenland, verbracht. Sie haben sich nun, nach vielen Jahren „Bootsleben“, für eine Zukunft an Land entschieden und werden hier in Portugal sesshaft. Der Katamaran ist verkauft, dafür haben sie jetzt ein Häuschen in den Bergen mit einer wunderschönen Aussicht und einem großen Garten mit vielen Feigen-, Orangen-, Zitronen- und Olivenbäumen. Sissi und Hans haben wir als warmherzige, sehr hilfsbereite Freunde ins Herz geschlossen. Wir haben so nette Stunden miteinander verbracht, viel gelacht und geredet. Beide sind gerne bereit ihre Erfahrungen und ihr Wissen als Langzeitsegler weiter zu geben. Wir lauschen ihnen dabei sehr gerne – euch beiden herzlichen Dank!

Kulinarisch haben wir in Portugal das Hähnchen Piri-Piri probiert,  sehr lecker!  Wir haben den hochprozentigen Medronho, den Edbeerbaumschnaps, probiert und nach dem zweiten Glas meinten wir auch deutlich den Erdbeergeschmack zu erkennen, haha!!

Unsere besonderen Lieblinge in Portugal sind die kleinen Pasteis de Nata, die unglaublich köstlichen (leider auch gehaltvollen!) Blätterteigkuchen mit Puddingfüllung!

In Ferragudo, ein netter kleiner Fischerort, haben wir die beste weiße Sangria probiert. Als wir beim Bezahlen die Sangria überschwänglich loben, verrät uns die nette Bedienung auch das Rezept, mit dem Hinweis, es wäre tatsächlich weit und breit die beste, weiße Sangria: Sekt, Martini, Bier, Fanta und natürlich viele Orangen- und Zitronenstücke. Oje…, das hört sich nach Kopfschmerzen an!! Gut, dass wir den Inhalt nicht vorher kannten!! Sie ist uns aber sehr gut bekommen!

Ach ja, unser langwieriges Problem, der Gasschlauch: tatsächlich konnten wir in Lagos Ersatz bekommen – yippieh! Das Problem ist nun endlich gelöst!!

Nun kommt die Zeit des Abschieds! Gestern Abend hatten wir noch einen wunderbaren Abend mit Sissi, Hans, Peter und Sally aus Kanada mit „best weisser Sangria“! Heute geht es weiter 😊.

Erste Eindrücke von Portugal

Weiter geht es im Atlantik, wir müssen uns doch etwas umgewöhnen. Plötzlich haben wir wieder deutlichen Tidehub, Strömungen und viel Wind – gut, dass wir diese Verhältnisse von der Nordsee kennen. Es ist kühler als im Mittelmeer, besonders in den Abendstunden. Sogar die Delfine sind anders – im Mittelmeer hatten sie eine silbrige Färbung und suchten stets Kontakt. Waren im Mittelmeer Delfine in Sicht, so dauerte es nicht lange und sie tauchten unter unseren Kufen und spielten mit Mojito. Es war eine Freude ihnen dabei zuzusehen. Hier im Atlantik sind die Delfine dunkler und arrogant!! Sie beachten uns nicht, sondern konzentrieren sich auf ihre Jagd und schwimmen einfach vorbei!

Unser Weg führt uns weiter über Mazagón an der Küste entlang zum Rio Guadiana, dem Grenzfluss zwischen Spanien und Portugal. Wir ankern vor Ayamonte, auf spanischer Seite und sind in der Nacht der Fluss- und Gezeitenströmung mit gleichzeitig 20-25 Knoten Wind ausgesetzt, d.h. es war eine unruhige Nacht, in der man sich als Spielball der Natur fühlt. Verschiedene Kräfte wirken in unterschiedlichen Richtungen, an Schlaf ist da kaum zu denken.

Unser nächster Ankerstop führt uns vor die Küste von Tavira. In der Lagune gibt es nicht genügend Platz für Mojito, also ankern wir draußen vor einem herrlichen, einsamen Sandstrand. Ein ganzer Pulk Optis gesellt sich
abends zu uns – eine Segelschule, begleitet von ihren Segellehrern im Schlauchboot. Wir dienen als Wendeboje und wir erfreuen uns, die Kinder bei ihren Manövern zu beobachten. Wir merken, dass die Segellehrer über uns
sprechen und nach kurzer Zeit kommen sie längsseits zu uns: „ where are from?“ ihre Frage, obwohl sie direkt
neben unserer deutschen Flagge stehen. „we are from Germany!“ unsere Antwort. „No, what is your flag?“ und
sie zeigen auf unsere Ostfrieslandflagge unter der Saling. Jacobus und Moni haben uns zum Abschied eine
Ostfrieslandflagge geschenkt, damit wir unsere Heimat nicht vergessen. Der portugiesische Segellehrer konnte sie nicht zuordnen: „ I´ve never seen before…“ (sollten wir tatsächlich die ersten Ostfriesen in Portugal sein?!)
Gerrits Erklärung: „we are from a little country in the north of Germany“ erinnert mich an Asterix und Obelix.
Der Segellehrer fragte aber nicht nach unserem Zaubertrank! Haha!!

Wir entscheiden uns weiter zur Rio Formosa zu segeln. Die Rio Formosa ist ein großes Lagunengebiet bei Faro und besteht aus Salzmarschen, Sanddünen, Watt und vorgelagerten Inseln mit vielen Ankerplätzen. Einige Segler überwintern in diesem Gebiet im Schutz der Lagune. Die Landschaft erinnert wieder an Ostfriesland, auch hier gibt es viele Untiefen, man muss die Gezeiten beachten. Wir fahren in die Lagune kurz vor Hochwasser ein und bekommen die starke Strömung gleich zu spüren – Mojito beschleunigt von 5 kn auf über 10 kn. Ein hinter uns einfahrendes Segelboot hält nicht genügend Abstand zur Steinmole und wird förmlich von ihr angesaugt, schlägt kurz quer, kann sich aber mit Mühe aus der heiklen Situation retten, puh, das waren bange Minuten!

RIO FORMOSA VON OBEN

Eine wunderschöne Landschaft mit endlos langen einsamen Stränden im Wechsel der Gezeiten. Bei Niedrigwasser kommen die Sandbänke mit Seegras-Wiesen zum Vorschein, auf den Inseln scheint die Zeit stillzustehen.

DIE INSEL CULATRA

Bei Niedrigwasser beobachten wir die Portugiesen auf den Sandbänken und wollen wissen, was sie da machen. Wir fahren mit dem Dinghi hin und sehen, dass sie Muscheln sammeln, vor allem Austern. Es gibt sie hier reichlich und auch wir sammeln so viele wir tragen können. Ein netter Portugiese schenkt uns noch welche dazu und erklärt, wie wir sie zubereiten sollen: 5 Minuten kochen und dann mit Zitronensaft genießen. KOCHEN??? AUSTERN KOCHEN? Ich frage noch einmal nach, denn, Austern ist man doch roh, oder nicht? Jetzt sieht mich der Portugiese an, als hätte ich eine Geschmacksentgleisung! Also, versuche ich mich herauszureden und sage, die Franzosen essen die Austern roh. Ja, so seine Antwort, die Franzosen tun das aber die Portugiesen essen sie gekocht! Okay! Gerrit ist begeistert, da ihm rohe Austern immer ein Graus waren. Also beschließen wir abends die Austern zu kochen. Ich habe Mitleid mit den armen Austern, als wir sie in das kochende Wasser geben. Gerrit hingegen meint, dass es für die Auster so besser ist, als lebendig geschluckt zu werden. Ja, da kann man drüber streiten! Wir stellen fest, gekochte Austern schmecken sehr gut. So gut, dass wir gleich wieder welche sammeln möchten…

MUSCHELSUCHE
EINE KLEINE AUSTER
AUSBEUTE DER MUSCHELSUCHE

 

KOSTPROBE! Mmh.., lecker

 

In Olhoa fuhren wir mit unserem Dinghi zur Tankstelle, um unseren Benzinkanister für den Außenborder zu füllen. Auf dem Rückweg beschlossen wir spontan ein Café zu besuchen und das Treiben an der Promenade zu beobachten. Unser Dinghi mit dem Benzinkanister lag am Steg in Sichtweite, doch unsere entspannte Stimmung
wurde kurz gestört: ein Mann ging den Steg hinab zu seinem Boot, welches neben unserem Dinghi lag und legte ab. Gerrit konnte noch beobachten, dass er im Vorbeifahren den Benzinkanister aus unserem Boot entwendete.
Gerrit lief zum Steg und stellte den Mann zur Rede, doch der leugnete den Diebstahl und fuhr davon. Ich stand derweil auf der Promenade und konnte sehen, dass der Mann mit seinem Boot Kurs auf den Fischereihafen nahm.

Wütend über diese Dreistigkeit, rannte ich trotz FlipFlops und über dreißig Grad im Schatten, die Promenade entlang Richtung Fischereihafen (ich bin sicher, es war meine Bestzeit auf 100 Meter!!) und siehe da, unser Benzindieb legte gerade an, ha!! Ich forderte ihn lauthals auf, mir unseren Benzinkanister zurückzugeben, doch er tat als wüsste er nicht was ich wollte. Wenn ich richtig böse werde, kann ich zum Terrier mutieren, also ließ ich nicht locker und es bildete sich ein kleine Menschentraube, jeder wollte wissen warum ich so böse war. Ich beschimpfte den Dieb auf Englisch, alle antworteten auf Portugiesisch und der Dieb beteuerte seine Unschuld. Da wurde es mir zu bunt, wütend sprang ich in sein Boot, durchsuchte seine Backskisten und siehe da – versteckt in der hintersten Ecke – unser Benzinkanister!! Tata.., welch ein Triumph!! Der Benzindieb war sprachlos, die übrigen Portugiesen schauten fassungslos und ich konnte zufrieden unseren Benzinkanister wieder mitnehmen. Was für ein Gefühl, mit dem Kanister die Promenade entlang zu stolzieren, im Kopf das Lied: „yeah…., I feel good“….

Trotz des Zwischenfalls können wir aber sagen, dass die Menschen in Portugal sehr freundlich sind und keine negativen Gefühle aufkommen lassen. Man merkt aber auch, dass die Menschen sehr arm sind und dass wir nicht ganz unschuldig an diesem Vorfall waren, denn – Gelegenheit macht Diebe!!

 

Wir bekommen Besuch von der Wasserschutzpolizei, allgemeine Kontrolle der Bootspapiere. Der Polizeibeamte ist sehr freundlich und entschuldigt sich für die Unannehmlichkeit. Als er alles überprüft und notiert hat, fragt er nach dem Steuernachweis. Wir verstehen nicht, der Mehrwertsteuernachweis liegt ihm doch vor. Er klärt uns auf, dass wir eine portugiesische Steuer bezahlen müssen, für die Nutzung der portugiesischen Wasserwege. Er erklärt, das die Steuer nicht sehr hoch sei und der Nachweis dann ein halbes Jahr gültig ist. Wir müssen dafür ein Marina-Büro entweder in Faro oder in Olhao aufsuchen.
Selbstverständlich tun wir das und beim dritten Versuch, schaffen wir es auch innerhalb der Bürozeiten! Wir müssen eine Nummer ziehen und warten bis wir endlich an der Reihe sind. Die Mitarbeiterin muss sich durch die Formulare arbeiten, ausdrucken, Stempel hier, Stempel da, Unterschrift. Die ganze Prozedur dauert eine Viertelstunde und dann nur noch bezahlen: „ dois Euros, se faz favor“ . Wir fragen noch einmal nach, da wir sicher sind, es nicht richtig verstanden zu haben. Die portugiesische Sprache ist schon speziell. Sie wiederholt: „dois Euros“, wir geben ihr zögerlich zwei Euro und warten ihre Reaktion ab. Aber, sie ist zufrieden und gibt uns die Bescheinigung, ein halbes Jahr gültig. Also, mal unter uns, ihr lieben Portugiesen, so wird eure Staatskasse niemals schwarze Zahlen schreiben!!

Wir bekommen Besuch aus Ostfriesland! Ann und Johannes besuchen uns für ein paar Tage und wir genießen die gemeinsame Zeit und haben viel Spass zusammen. Johannes verzweifelt an den Fischen, die er so gerne angeln würde. Es gibt sie hier reichlich, man könnte sie mit bloßen Händen fangen, aber wie die Delfine, sind auch sie arrogant. Sie sind so satt, dass sie sich nicht für unsere Köder interessieren. Dann sind sie so gemein, dass sie den Schwanz vom Gummi-Köderfisch abbeißen. Also sammeln wir lieber wieder Austern und kochen sie. Die gekochten Austern können auch Ann und Johannes überzeugen.

Stadttor von Faro mit vier Storchennester

 

Blick über die Altstadt von Faro auf die Lagune
Bummel durch die schöne, ruhige Innenstadt

 

Unseren zweiten Gasschlauch konnten wir auch in Faro nicht bekommen. Wir haben zwar ein Geschäft gefunden, sie hatten sehr viel Gaszubehör, aber nicht unsere französischen Anschlüsse. In den nächsten Tagen fahren wir nach Portimao- vielleicht haben wir dort mehr Glück!

 

 

Gibraltar und die Costa de la Luz

Die Costa del Sol hat uns nicht begeistern können. Sehr viel Rummel, riesige Hotelbauten und leider nicht viele geeignete Ankerplätze. Um Malaga hatten wir zwei Tage dichten Nebel, der uns die Weiterfahrt erschwerte.                             Dann blieb auch unsere stetige Suche nach den Gasschläuchen. Einen fanden wir tatsächlich in einer Marina, immerhin!    Schließlich gaben wir auf und setzten viel Hoffnung auf Gibraltar!                                                                                         Gibraltar- für alle Seefahrer ist dies wohl einer jener Orte in der Welt, die man auf eigenem Kiel angelaufen haben muss. Ich muss zugeben, „The Rock“, der Affenfelsen, ist schon beeindruckend wenn er in der Ferne erscheint, meist von kleinen Wolken umgeben, hat er schon etwas mystisches an sich.   Da  muss ich an den Film „Das Boot“ denken, in der das U-Boot auf in der Meerenge auf dem Meeresgrund  absinkt  – sehr ergreifend!!

Gibraltar in Sicht!

 

Aber zurück zu unserer Gibraltar-Anreise:  aus dem Mittelmeer raus, mit Beachtung der Strömungsverhältnisse, um den Affenfelsen herum, war es keine Schwierigkeit. In der Marina war auch Platz für uns, alles perfekt!

Einfahrt in die Bucht von Gibraltar. Um den Affenfelsen herum

Allerdings hat Gibraltar nicht viel Platz und so befindet sich der Flughafen in der Stadt und neben der Marina. Wir lagen also mit unserem Boot direkt neben der Start- und Landebahn, man sagt die gefährlichste in Europa, da sie so kurz ist und zu beiden Seiten im Meer endet. Landet oder startet ein Flugzeug, fährt erst ein Auto die Startbahn ab um die Vögel zu verscheuchen, dann geht die Schranke für die kreuzende Hauptstraße runter und das Flugzeug hat freie Bahn! Zum Glück kommen nicht so viele Flugzeuge!

Gibraltar, dahinter La Linea (Spanien), dazwischen die Landebahn mit Straße und ganz links die Marina

Wir sind erst einmal auf den Affenfelsen hoch. Überall stehen Schilder, dass man die Affen nicht füttern darf. In der Tat sind die Affen sehr frech und versuchen sogar Taschen zu klauen. Aber lustig sind sie auch und wir erfahren, dass es die Affen aus der Oberstadt und die Affen aus der Unterstadt gibt und dass sie ihre Gebiete gegenseitig respektieren!

Kontaktaufnahme mit den Bewohner auf dem Affenfelsen!

Die Stadt Gibraltar ist sehr britisch, aber auch eine spanische und marokkanische Mischung. Auch die Sprache ist eine eigene Mischung aus den drei Sprachen.         Gerrit beschloß spontan, sich die Haare schneiden zu lassen. Ein Friseur war schnell gefunden, aber die Friseurin sprach nur ihre eigene Gibraltar-Sprache,  eine weitere Kundin konnte dolmetschen, der Haarschnitt schließlich perfekt.  Leider reichten für die Bezahlung unsere Gibraltarpounds nicht und Euros wollte sie nicht annehmen.   Sie beschrieb uns den Weg zum nächsten Geldautomaten. Ich schlug vor als Pfand bei ihr zu bleiben, was sie aber vehement ablehnte. Auf dem Weg zum Automaten stellten wir uns die Frage, ob wir so Vertrauenserweckend sind oder ob sie Angst hatte, Gerrit würde mich nicht wieder abholen;-)

Aber es gibt auch die richtigen Briten in Gibraltar. So erhielten wir eine Rüge, dass wir die spanische Gastlandflagge noch geflaggt hatten. Wir sollten doch bitte umflaggen und die britische Flagge hissen. Okay, wir wollen ja keinen Streit. Also haben wir nachmittags die britische Flagge gehisst und am nächsten Morgen ,beim Verlassen von Gibraltar, wieder die Spanische. Zum Abschied konnten wir noch günstig tanken, 50 Cent/Liter, da lacht das Herz!!

Unseren Gasschlauch haben wir auch hier nicht kaufen können, da die Engländer ganz andere Anschlüsse haben als der Rest der Welt!!

Tschüß Mittelmeer!  Weiter geht es in den Atlantik. Das erste Kap, die Punta Europa, hatten wir beim Anlaufen von Gibraltar, ohne Schwierigkeiten umrundet. Nun ging es durch die Bucht von Gibraltar raus in die Straße von Gibraltar. Wie so oft beim Segeln, ärgerten wir uns über zu wenig Wind. Schließlich hatten wir die Tidezeiten berücksichtigt , alles schien perfekt, es gab keine Schwierigkeiten. Easy going, ha, was erzählen alle über die Widrigkeiten in Gibraltar, ist doch gelacht!

Dann kam das letzte Kap, die Isla Tarifa und der Kampf begann!! Die Windstärke ging auf 6-7 und in Böen 8, hinzu kamen heftige Strömungen um das Kap. Das Meer sprudelte wild in alle Richtungen und gerade noch hatten wir uns mehr Wind gewünscht und nun hatten wir zuviel davon!!     Zum Glück ist Mojito ein sicheres Boot und wir drei haben uns tapfer durch die Widrigkeiten gekämpft. Dann,nach drei Stunden, war der Wind genauso plötzlich vorbei, wie er gekommen war! Abends haben wir uns müde einen Ankerplatz in einer Lagune unterhalb von Cádiz gesucht und fühlten uns wie in Ostfriesland. Das Licht und die weite Landschaft in Santi Petri ist eine Mischung aus Friesland und Ostfriesische Inseln. Die Costa de la Luz heißt zu Recht Küste des Lichts, wirklich sehr schön. Aber auch ruppiger, also schwieriger zu ankern.

Ankern in Santi Petri
mit dem Dinghi an Land, was für ein schönes Licht und eine ruhige Stimmung
auf der anderen Seite der Lagune, die schöne Atlantikdünung

 

Unsere nächste Station ist Cádiz. Hier wollen wir in die Marina, damit wir die Stadt besichtigen können. Also funken wir kurz vor unserer Ankunft den Puerto America an, leider meldet sich keiner. Nach mehreren Versuchen, endlich eine Rückmeldung und, ja, wir dürfen einlaufen. Aber alles in sehr schlechtem Englisch und  unverständlichen Angaben. Wir wissen nur, dass wir den Steg „I“ ansteuern sollen. In der Marina angekommen, ist weit und breit kein Marinero zu sehen und wir wissen nicht welcher Liegeplatz für uns bestimmt ist. Funkkontakt ist schwierig und abgehackt und wir sind zu „deutsch“ um uns einfach einen Liegeplatz auszusuchen! Schließlich bleibt uns nichts anderes übrig als es einfach zu tun, und ein netter Engländer hilft uns beim Anlegen.        Im Büro dieser staatlich geführten Marina sitzen drei Leute, es bleibt ein Geheimnis was sie den ganzen Tag tun! Wir erfahren, dass es in Andalusien ein Verbund von 12 staatlichen Marinas gibt. Alle haben 50% Leerstand und sehr schlechten Service!

Uferpromenade in Cádiz

Aber die Stadt Cádiz hat uns überrascht und sehr gut gefallen. Es heißt, dass einige Filmregisseure Cádiz als Double für Havanna nutzen. In der Tat, fühlten wir uns zeitweise an Havanna erinnert – das Licht, die Häuser – eine tolle Stadt! Nur, man verläuft sich ständig in Cádiz. Die Häuser sehr hoch, die Gassen schachbrettartig und eng, die Altstadt an drei Seiten von Wasser umsäumt. All das lässt keine Orientierung zu! Aber dann kommt Gerrit und tönt, dass sein I-Phone mit seiner Navigation uns schon aus den Schweizer Bergen gerettet hat! Das Problem in Cádiz sind aber die hohen Häuserzeilen und dadurch nur schlechter Empfang möglich ist. Also hatte die nette Frauenstimme des Navis arge Schwierigkeiten uns zu orten und gab uns falsche Anweisungen. Gerrit Kommentar:“..ist eine Frau, die verwechselt rechts und links“!!  Mein Vorschlag doch dann einfach eine männliche Stimme zu wählen (haha!), schmettert Gerrit mit der Begründung ab: „nee, ich kann mich drauf einstellen. Kenne ich von Zuhause. Wenn sie rechts sagt, müssen wir einfach links gehen…“!!  (tsss..!)   Wir hatten jeden Abend „qualmende“ Füsse, aber nicht nur wegen des Navi, es gab wirklich eine Menge zu sehen.

Gassen in Cádiz

An unserem letzten Abend dann das Highlight- wir fanden die kleine Tapas-Bar „La Candela“ mit nur drei Tischen und ergatterten noch einen Platz an der Bar, um dann vorzüglich zu essen. Danach stolperten wir noch in eine Taberne mit riesigen Sherry-Fässern. Da konnten wir nicht widerstehen und mussten noch zwei Sherry-Sorten probieren. Dabei kamen wir rechts mit einem französischen Weinbauern ins Gespräch und links teilte ein Spanier seinen Käse mit uns. Herrlich!!

La Candela, eine sehr gute Tapas-Bar
dann noch Sherry probieren…

Auch in Cádiz führt unsere „Gasschlauchsuche“ ins nichts. Obwohl wir mit den Fahrrädern gefühlt jede Ferreteria und Fontaneria angefahren sind und immer weiter geschickt wurden, haben wir keinen Schlauch bekommen, seufz..!

Weiter geht´s!

 

 

 

Abschied von Torrevieja, eine Woche unterwegs

Am 05. Juli war es soweit – der Start unserer Reise und damit auch der Abschied von Torrevieja, unserem Heimathafen der letzten drei Jahre an der spanischen Costa Blanca. Etwas Wehmut war da schon, schließlich kennen wir uns mittlerweile ganz gut dort aus. Wir haben nette Menschen kennen gelernt und Freundschaften geschlossen.

Abschied von Lars

In Torrevieja brauchten wir vor dem Start eine Woche, um einiges zu regeln. Wir haben unseren Cockpitsitz erneuert. Der alte Sitz war viel zu hoch, so dass wir eine sehr unbequeme Sitzposition hatten. Gerhard hat uns Zuhause neue Winkel geschweißt und mithilfe von Lars haben wir den Polsterer Angel gefunden, der uns einen sehr guten Sitz gepolstert hat!

der neue Cockpitsitz – ein Genuß!

Dann haben wir noch das Teakdeck überarbeiten lassen. In den Kufen waren die Sikaflex-Fugen abgängig. Sie wurden erneuert und das Deck geschliffen, eine unangenehme Arbeit, die viel Staub und Dreck brachte, aber es hat sich gelohnt: das Holz sieht aus wie neu und es gibt kein lästiges, schwarzes Abfärben der Fugen mehr!

Gemütlich sind wir dann losgesegelt, entlang der Costa Blanca. Wir haben dann jeden Abend eine schöne Ankerbucht aufgesucht, der Wind war nicht so schlecht, wenn auch leider häufig von vorne!

 Am zweiten Tag gab es das erste größere Problem: Gas-Alarm!                           Ich bin ja bei uns an Bord auch sehr auf die Sicherheit bedacht ;-). Also habe ich schon länger darauf gepocht, unsere Gasanlage überarbeiten zu lassen – schließlich waren die alten Gasschläuche schon 10 Jahre alt. Gerrit gab meinem Drängen nach und bei unserem alljährlichen Werftbesuch, wurde auch die Erneuerung der Gasschläuche in Auftrag gegeben. Die Werft hat die Schläuche getauscht, es kam zusätzlich ein Techniker an Bord um die Gasanlage zu überprüfen und wir erhielten eine amtliche Beurkundung, die uns eine sichere Gasanlage bescheinigt und dazu berechtigt größere Gasflaschen in Spanien zu erwerben. Diese Bescheinigung hat immerhin 90,- € gekostet!!

 Zurück zum Gas-Alarm:                                                                                                               Ich hatte gerade mein frischgebackenes Brot aus dem Backofen geholt, als ich Gasgeruch bemerkte. Der Gasdetektor bestätigte dies mit einem Alarm, also drehten wir gleich alle Ventile zu und gingen auf Ursachenforschung. Der Backofen wurde ausgebaut und im Gasschlauch hinter dem Backofen zeigte sich ein Loch. Die neu eingebauten Gasschläuche waren nicht Hitzebeständig! Man mag sich nicht ausdenken, was hätte passieren können, wenn wir das ausströmende Gas nicht bemerkt hätten! Und, hätten wir die alten Schläuche belassen, wäre es nicht passiert!!                                                                                                                             Die zweite Herausforderung begann: unterwegs neue Gasschläuche zu bekommen!  Entlang  der Costa del Sol gibt es entweder jede Menge Restaurants Kneipen, Diskos oder überhaupt keine Infrastruktur. Wenn es eine Stadt gibt, so gibt es keinen geeigneten Ankerplatz. Ja, diese Gasschläuche haben uns eine ganze Woche beschäftigt. Zum Glück haben wir noch einen kleinen Campinggas-Kocher an Bord, damit war das tägliche Kochen kein Problem.

Es gab noch andere Aufgaben zu erledigen:

  • unser Blog musste noch überarbeitete werden. Dabei war uns Simon behilflich, herzlichen Dank 🙂    Wir mussten unsere Router (WIFI und Mobil) installieren, damit wir an Bord mit Telefon und Laptop überall günstig ins Internet kommen- auch das war eine Herausforderung!
  • Gerrit musste noch den Wassermacher aktivieren. Und da gibt es immer noch ein paar Kinderkrankheiten zu beseitigen

Langeweile kommt nicht auf!!

Gerrit hat uns auch noch unseren ersten Fisch gefangen – eine stattliche Zahnbrasse, 50cm lang 2 Kilo schwer.   Gerrit hat den Fisch aufs Boot gezogen und ich, ganz die Krankenschwester, habe assistiert und alles benötigte angereicht. Ich muss zugeben, er tat uns schon leid, der arme Fisch, so wie er uns angesehen hat. Aber nun, geschmeckt hat er auch sehr gut! Wir haben drei Tage davon gegessen!

 

Unser erster Fisch